Zehdenick. Ein außergewöhnlicher Einsatz von Feuerwehr, DLRG und Polizei beschäftigte am Samstagvormittag dem 17.01.2026 die Einsatzkräfte in Zehdenick. Gegen 9.52 Uhr wurden Feuerwehr und Wasserrettung alarmiert, nachdem ein Pkw im Bereich der Brücke über den Vosskanal in die Havel gestürzt war und unterging. Zunächst war unklar, ob sich noch eine Person im Fahrzeug befand.
Nach Angaben der Polizei ging die erste Meldung kurz nach 9 Uhr ein. Eine Zeugin hatte in der Kampstraße beobachtet, wie ein Auto im Havelkanal trieb. Die Sackgasse endet direkt am Wasser. „Als der Zeuge das Auto sah, schwamm es noch im Wasser, war aber bereits am Untergehen“, erklärte Dienstgruppenleiterin Kathleen Haase von der Polizeiinspektion Oranienburg.
Beim Eintreffen der Feuerwehr stand die Suche nach möglichen Insassen im Vordergrund. Einsatzkräfte näherten sich dem Fahrzeug zunächst mit Überlebensanzügen und kontrollierten es von oben. Da dabei keine Person festgestellt werden konnte, wurden parallel Einsatztaucher der DLRG Hennigsdorf nachalarmiert. Diese durchsuchten das Fahrzeug sowie den Nahbereich im Wasser sorgfältig. Auch hier bestätigte sich: Es befanden sich keine Personen im oder am Pkw.
Anschließend wurde die Bergung des Fahrzeugs vorbereitet. Aufgrund der Gefahr einer Gewässerverunreinigung forderte die Einsatzleitung frühzeitig einen Kran an. Feuerwehr, DLRG und ein Bergungsunternehmen arbeiteten dabei eng und koordiniert zusammen. Der Pkw konnte schließlich aus dem Wasser geborgen werden.
Im Nachgang des Einsatzes ergaben sich für die Polizei jedoch Zweifel an der Darstellung des Fahrzeughalters. Der 41-jährige Besitzer des Mercedes hatte angegeben, gegen 4 Uhr morgens bemerkt zu haben, dass sein Fahrzeug mit OHV-Kennzeichen gestohlen worden sei. „Wir gehen von einer Schutzbehauptung aus“, so Haase. Eine erste Untersuchung des Autos ergab keinerlei Einbruchsspuren. Für die Polizei steht inzwischen fest, dass der Mann gelogen hat.
Nach bisherigen Erkenntnissen steht der Halter im Verdacht, den Wagen selbst und unter Alkoholeinfluss in die Havel gefahren zu haben. Demnach soll es ihm noch gelungen sein, sich aus dem Fahrzeug zu retten, bevor dieses vollständig im Wasser versank. Bei der Anzeigenerstattung stellten die Beamten deutlichen Alkoholgeruch fest. Ein Atemalkoholtest bestätigte, dass der Mann betrunken war, woraufhin eine Blutentnahme angeordnet wurde.
Die Polizei ermittelt nun wegen des Vortäuschens einer Straftat sowie wegen eines unter Alkoholeinfluss verursachten Unfalls. Der Führerschein des Mannes wurde eingezogen. Zur weiteren Spurensicherung und zum Auslesen digitaler Daten stellte die Polizei das Fahrzeug sicher.
Dank des schnellen und professionellen Zusammenwirkens aller Einsatzkräfte verlief der Vorfall ohne Personenschäden. Dennoch bleibt der Einsatz für Feuerwehr und Wasserrettung ein außergewöhnliches Szenario, das mit hoher Anspannung und großem organisatorischem Aufwand verbunden war.