Oberkrämer. Am Rastplatz „Ziethener Luch“ an der A10 hat die Gefahrstoffeinheit des Landkreises Oberhavel eine unangekündigte Stellübung durchgeführt. Ziel war es, unter möglichst realistischen Bedingungen das Zusammenspiel der beteiligten Feuerwehren bei einem Gefahrgutunfall zu überprüfen.
Kreisbrandmeister Gerd Ritter erläuterte den Hintergrund der Übung: „Wir sind am Rastplatz ‚Ziethener Luch‘ an der A10 und haben heute hier eine Stellübung der Gefahrstoffeinheit des Landkreises Oberhavel durchgeführt.“
Die Gefahrstoffeinheit Oberhavel – kurz GSE – setzt sich aus mehreren Fahrzeugen unterschiedlicher Feuerwehren zusammen, die strukturell gebündelt werden, um Einsätze mit gefährlichen Stoffen und Gütern zu bewältigen. In der Regel unterstützt sie dabei die örtlich zuständigen Einsatzkräfte.
Als Einsatzstichwort wurde „Gefahrgut groß“ angenommen. Szenario war ein LKW mit einem undefinierbaren Gefahrstoffaustritt. „Angenommen wurde ein Gefahrstoffunfall, den es zu bekämpfen galt“, so Ritter. Zunächst sei eine umfassende Lageerkundung erfolgt. Besonders wichtig sei dabei, dass die Gefahrstoffeinheit nicht unvorbereitet in den Gefahrenbereich fahre. Erst nach entsprechender Erkundung werde sie gezielt hinzugezogen, um zu verhindern, dass Einsatzkräfte oder Fahrzeuge bereits auf der Anfahrt kontaminiert werden.
Regelmäßige Übungen seien bei solchen komplexen Einsatzlagen unverzichtbar. „Überall dort, wo verschiedene Struktureinheiten zusammenarbeiten müssen, sind regelmäßige Übungen unerlässlich. Ohne dem geht es gar nicht“, betonte der Kreisbrandmeister. Theoretisch erarbeitete Abläufe und Organisationsstrukturen müssten in der Praxis überprüft werden – genau dafür seien Stellübungen wie diese gedacht.
Besonders positiv bewertete Ritter den Überraschungseffekt: „Es wusste tatsächlich keiner vorher Bescheid. Alle Einsatzkräfte wurden hier kalt überrascht.“ Trotz der realitätsnahen Alarmierung und paralleler Realeinsätze habe die Zusammenarbeit hervorragend funktioniert.
Die Übung wurde bewusst zu einer Tageszeit durchgeführt, in der viele Feuerwehrangehörige beruflich gebunden sind. „Das sind genau die Zeiten, in denen viele unserer Einsatzkräfte noch auf Arbeit oder auf dem Weg dorthin sind. Wenn wir ein reales Bild haben wollen, müssen wir genau an diesen Zeiten überprüfen, wie leistungsfähig wir sind“, erklärte Ritter.
Sein Fazit fällt eindeutig aus: „Wir hatten alle Kameraden hier, die auch über die entsprechenden Ausbildungen verfügen.“ Die Gefahrstoffeinheit des Landkreises Oberhavel habe damit unter Beweis gestellt, dass sie auch unter erschwerten Bedingungen einsatzbereit und gut aufgestellt ist.