Kellerbrand in Hennigsdorf: Sieben Verletzte bei Großeinsatz
© Quelle: P. Neumann

Hennigsdorf. Ein folgenschwerer Kellerbrand hat am Dienstagnachmittag die Karl-Marx-Straße erschüttert. Ein Großaufgebot an Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst war im Einsatz. Insgesamt sieben Menschen wurden verletzt.

Gegen 14:40 Uhr wurden die Einsatzkräfte zu einem Mehrfamilienhaus alarmiert. Im Keller des Gebäudes war ein Feuer ausgebrochen, das sich rasch ausbreitete und zu einer massiven Rauchentwicklung führte.

„Bei unserer Ankunft brannte der Keller bereits lichterloh. Es kam zu einer starken Verrauchung, mehrere Personen machten sich an Fenstern bemerkbar und mussten gerettet werden“, schildert Uwe Protz von der Feuerwehr.

Menschenrettung unter Atemschutz
Unverzüglich leitete die Feuerwehr umfangreiche Rettungsmaßnahmen ein. Mehrere Trupps unter Atemschutz drangen in das Gebäude ein, während weitere Einsatzkräfte von außen über tragbare Leitern Bewohner in Sicherheit brachten. Insgesamt wurden 14 Menschen aus dem Haus gerettet.

Sieben Verletzte – Ermittlungen laufen
Nach Angaben der Polizei wurden sechs Bewohner, eine Passantin sowie eine Feuerwehrfrau verletzt. Die Betroffenen erlitten überwiegend Rauchgasvergiftungen und wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.

„Die Flammen haben sich relativ schnell ausgebreitet. Vor allem die starke Rauchentwicklung machte eine vollständige Evakuierung des Hauses notwendig“, erklärt Joachim Lemmel.

Zur genauen Ursache des Feuers laufen derzeit Ermittlungen. „Aktuell gehen wir davon aus, dass ein defektes Elektrogerät den Brand ausgelöst haben könnte“, so Lemmel weiter. Der betroffene Kellerbereich wurde beschlagnahmt und wird nun von Brandermittlern untersucht.

Ursache möglicherweise technischer Defekt
Auch nach ersten Einschätzungen vor Ort deutet vieles auf einen technischen Defekt hin.

„Offensichtlich hat hier jemand mit Batterien oder Akkus experimentiert – nicht fachgerecht. So schnell kann daraus ein großer Brand entstehen“, sagt Thomas Günther.

Die Rauchentwicklung wirkte sich nicht nur auf das betroffene Gebäude aus: Auch angrenzende Hauseingänge sowie gegenüberliegende Wohnblöcke waren betroffen.

Großeinsatz im Zentrum der Stadt
Um den Einsatzkräften ausreichend Platz zu verschaffen, sperrte die Polizei die Karl-Marx-Straße sowie Teile der Rathenaustraße weiträumig ab. Anwohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Aufgrund der Vielzahl an Betroffenen wurde zeitweise ein Massenanfall von Verletzten (MANV) ausgerufen, um zusätzliche Rettungsmittel bereitzustellen.

Lob für Zusammenarbeit der Einsatzkräfte
Bürgermeister Günther lobte die Arbeit der Einsatzkräfte: „Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Polizei, Ordnungsamt und Rettungsdienst hat hervorragend funktioniert. Wichtig ist, dass kein Menschenleben verloren gegangen ist.“

Auch die Unterbringung der betroffenen Bewohner wird derzeit geprüft. Ob und wann die Wohnungen wieder bewohnbar sind, hängt von den weiteren Untersuchungen ab.

Einsatz dauert mehrere Stunden an
Die Brandbekämpfung gestaltete sich schwierig. Insbesondere im Keller herrschten extreme Bedingungen mit hoher Hitze und nahezu null Sicht. Auch nach dem Löschen der Flammen dauerten die Arbeiten an: Mithilfe von Belüftungsgeräten wurde der Keller vom Rauch befreit.

Der Einsatz der Feuerwehr zog sich noch über mehrere Stunden hin.