Spiegelglatte Piste auf der A10 Schwerem Lkw-Crash
© Quelle: P. Neumann

Mühlenbeck. In der Nacht zu Dienstag hat sich auf der Autobahn A10, dem nördlichen Berliner Ring, zwischen den Anschlussstellen Mühlenbeck und Birkenwerder ein schwerer Verkehrsunfall ereignet. Gegen 02.15 Uhr kamen dort nahezu zeitgleich zwei Lastkraftwagen auf spiegelglatter Fahrbahn von der Straße ab und landeten im Straßengraben. Ob es dabei zu einer direkten Kollision kam oder beide Fahrzeuge unabhängig voneinander verunglückten, war zunächst unklar.

Ursache für den Unfall waren nach ersten Erkenntnissen extreme Witterungsverhältnisse. Wie der Deutscher Wetterdienst bereits im Vorfeld gewarnt hatte, führten gefrierender Nieselregen und Temperaturen um minus ein Grad zu gefährlichem Glatteis. Die Fahrbahn verwandelte sich in der Nacht in eine kaum kontrollierbare Rutschbahn.

„Die Fahrbahn war hier vor Ort spiegelglatt und vereist“, erklärte Sandro Grapentin, Dienstgruppenleiter der Autobahnpolizei Walsleben. Nach Angaben der Polizei sei die Geschwindigkeit der beiden Sattelzüge nicht ausreichend an die Witterung angepasst gewesen. In der Folge verloren die Fahrer die Kontrolle über ihre Fahrzeugkombinationen und kamen nach rechts von der Fahrbahn ab. Der entstandene Sachschaden wird auf rund 100.000 Euro geschätzt.

Auch die Feuerwehr Mühlenbecker Land war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Laut dem stellvertretenden Gemeindewehrführer Christian Flieger gestaltete sich bereits die Anfahrt schwierig. „Schon auf dem Weg zum Feuerwehrhaus und während der Einsatzfahrt war äußerste Vorsicht geboten, da die Straßen extrem glatt waren“, so Flieger. Sicherheit habe dabei oberste Priorität, auch wenn dies längere Anfahrtszeiten bedeute.

An der Unfallstelle selbst traten aus beiden Lastwagen Betriebsstoffe aus. Während an einem Fahrzeug Öl austrat, war beim vorderen Sattelzug der Dieseltank beschädigt. Um eine Umweltgefährdung zu verhindern, pumpten die Einsatzkräfte den Kraftstoff in Kanister um. Zusätzlich musste die Einsatzstelle mit Streugut abgestreut werden, da selbst das Bewegen für die Einsatzkräfte kaum möglich war. Insgesamt waren zwei Löschzüge aus Mühlenbeck und Schönfließ mit rund 35 Feuerwehrleuten vor Ort.

Drei beteiligte Personen wurden vom Rettungsdienst untersucht. Nach Angaben von Feuerwehr und Polizei blieben alle Beteiligten unverletzt. Durch die verunglückten Fahrzeuge waren der Standstreifen sowie die rechte Fahrspur der Autobahn zeitweise blockiert. Für die Bergung der Lastwagen wurde ein Abschleppdienst verständigt. Die Arbeiten dürften sich aufgrund der Witterung und der massiven Fahrzeugschäden über mehrere Stunden hingezogen haben.

Polizei und Feuerwehr warnen eindringlich vor weiteren Unfällen. Angesichts der weiterhin kritischen Straßenverhältnisse appellieren die Einsatzkräfte an alle Verkehrsteilnehmer, ihre Geschwindigkeit den winterlichen Bedingungen anzupassen und besonders vorsichtig zu fahren.