Dramatischer Hitzetag: 90 Hektar in Flammen – Feuerwehr stoppt Großbrand vor den Toren von Braunsberg
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C. Gutt

Dramatischer Hitzetag: 90 Hektar in Flammen – Feuerwehr stoppt Großbrand vor den Toren von Braunsberg

Ostprignitz-Ruppin – Bei schweißtreibenden 39 Grad Celsius hielt ein riesiger Flächenbrand bei Braunsberg die Rettungskräfte in Atem. Zeitweise drohte das Feuer auf ein Dorf und eine Biogasanlage überzugreifen. Dank des massiven Einsatzes von rund 150 Feuerwehrleuten und regionalen Landwirten konnte eine größere Katastrophe gerade noch abgewendet werden. Parallel hielt ein weiterer Brand an der A24 die Retter auf Trab.
Der Großeinsatz bei Braunsberg: Evakuierung stand im Raum
Gegen 14:30 Uhr ging der Notruf über einen Flächenbrand zwischen Braunsberg, Schwanow und Rheinsberg ein. Das betroffene Feld hatte eine Gesamtfläche von gigantischen 120 Hektar – am Ende wurden 90 Hektar ein Raub der Flammen. Ein starker Wind trieb das Feuer unaufhaltsam in Richtung Wald.
Die Lage spitzte sich so dramatisch zu, dass die Flammen bedrohlich nah an die Ortschaft Braunsberg heranzogen und zeitweise sogar eine Evakuierung des Dorfes ernsthaft in Betracht gezogen werden musste. Auch eine Biogasanlage war akut gefährdet.

„Wir haben hier einen 90 Hektar großen Flächenbrand gehabt, den wir jetzt momentan unter Kontrolle haben. Wir hatten sogar 150 Einsatzkräfte hier vor Ort und den Rettungsdienst zur Absicherung, da wir zwei bis drei erschöpfte Kameraden hatten.“
— Kreisbrandmeister O. Lehmann

Dass es letztlich nicht zur Katastrophe kam, ist dem beherzten Eingreifen regionaler Landwirte und deren Mitarbeitern zu verdanken. Mit Traktoren und Güllefässern bewaffnet legten sie Schneisen und unterstützten die Feuerwehr massiv bei den Löscharbeiten.

„Wäre jetzt die Feuerwehr nicht da gewesen, hätte Braunsberg und Schwanow größere Probleme bekommen, hätten wir evakuieren müssen und Haupt und Gut wäre verloren gewesen.“
— Bürgermeister Schwochow (Stadt Rheinsberg)

Paralleler Brand an der A24: Schneller Erfolg
Kaum war der Großeinsatz in Gang, wurden die Kräfte der Feuerwehr Neuruppin gegen 15:00 Uhr zu einem weiteren Notruf alarmiert: An der Bundesautobahn 24 in Fahrtrichtung Berlin, auf Höhe des Rastplatzes Rhinluch, stand ebenfalls eine mehrere Hektar große Fläche in Flammen.

„Die Kameraden der Feuerwehr Neuruppin wurden heute gegen 15:07 Uhr alarmiert auf die A24 [...] zu einem Flächenbrand im Lärmschutzwald. Dank schneller Erstmaßnahmen und nachrückender Einheiten, die rund 600 Hektar absicherten, war der Einsatz nach etwa einer Stunde beendet.“
— André Lehmann (Zugführer 2. Löschzug Neuruppin)

Enorme Belastung für die Retter
Die Hitze von 39 Grad forderte ihren Tribut: Mehrere Feuerwehrkameraden erlitten Kreislaufprobleme und mussten medizinisch versorgt werden. Um die Truppen bei Kräften zu halten, rückte die Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) Versorgung an und verteilte Kaltgetränke und warme Verpflegung. Auch moderne Drohneneinheiten aus dem Landkreis und von Flecken Zechlin waren im Dauereinsatz, um Glutnester aus der Luft aufzuspüren.
Um 19:20 Uhr kam schließlich die erlösende Nachricht: Der kräftezehrende Hitzebrecher bei Braunsberg war erfolgreich beendet.