Person stirbt bei Bungalowbrand in Kremmen Feuer zerstört Holzbungalow am Wasser – Nachbargebäude gerettet
Kremmen. Bei einem schweren Bungalowbrand in Kremmen ist am Freitag, dem 5. Juni 2026, eine Person ums Leben gekommen. Die Feuerwehr wurde gegen 16.30 Uhr mit allen drei Löschzügen zu einem „B-Gebäude Groß“-Einsatz alarmiert. Bereits auf der Anfahrt erhielten die Einsatzkräfte die Information, dass sich möglicherweise noch eine Person im brennenden Gebäude befinden könnte.
Als die ersten Kräfte eintrafen, stand der Bungalow aus Holzbauweise bereits in Vollbrand. Die Rettungs- und Löscharbeiten wurden durch die besondere Lage des Gebäudes am Wasser erschwert. Zunächst musste eine längere Wasserversorgung aufgebaut werden, da sich keine geeigneten Hydranten oder Brunnen in unmittelbarer Nähe befanden.
„Für den ersten Atemschutztrupp war es aufgrund der starken Brandausbreitung nicht möglich, sofort zur Personensuche in das Gebäude vorzudringen“, erklärte Einsatzleiter David Bäker von der Feuerwehr Stadt Kremmen. Zunächst mussten die Flammen eingedämmt und die enorme Hitzeentwicklung reduziert werden. Erst ein nachfolgender Trupp konnte das Gebäude betreten.
Dabei wurde eine Person im Inneren des Bungalows gefunden. Für sie kam jedoch jede Hilfe zu spät. Die Feuerwehr setzte im weiteren Verlauf sogenanntes Netzmittel ein, um die Löschwirkung zu verbessern. Insgesamt waren 49 Einsatzkräfte vor Ort. Sechs Atemschutztrupps kamen bei den Löscharbeiten zum Einsatz.
Da sich der Bungalow direkt am Gewässer befand und teilweise über einem Hohlraum errichtet worden war, wurde zusätzlich ein Feuerwehrboot zur Sicherung eingesetzt. Während des Einsatzes stürzte ein Teil des Gebäudes ein. Trotz der schwierigen Bedingungen gelang es den Einsatzkräften, einen unmittelbar angrenzenden Bungalow zu retten. Das Nachbargebäude stand zeitweise bereits in Flammen und befand sich nur etwa 30 Zentimeter vom Brandobjekt entfernt.
Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. „In Kremmen geriet auf bislang unbekannte Art und Weise ein Bungalow in Brand“, sagte Polizeisprecher Patrick Förster von der Polizeiinspektion Oberhavel. Der Kriminaldauerdienst sowie Spezialisten der Kriminaltechnik waren noch am Abend vor Ort.
Die Untersuchungen gestalten sich jedoch schwierig. Aufgrund der Einsturzgefahr kann der Brandort erst vollständig untersucht werden, wenn ein sicheres Betreten gewährleistet und das Gebäude ausreichend abgekühlt ist. Nach Angaben der Polizei kommt ein solcher Einsatz zwar selten vor, gehört jedoch nicht zu den alltäglichen Ereignissen der Ermittler.
Neben der technischen Einsatzbewältigung richtet sich der Blick nach solchen Ereignissen auch auf die psychische Belastung der Einsatzkräfte. Gerade Einsätze mit tödlichem Ausgang können Feuerwehrleute besonders fordern. Für solche Situationen steht der Feuerwehr das sogenannte Einsatz-Nachsorge-Team (ENT) zur Verfügung. Die speziell geschulten Helfer unterstützen Einsatzkräfte bei der Verarbeitung belastender Erlebnisse und können bei Bedarf über die Leitstelle angefordert werden. Nach Angaben von Einsatzleiter David Bäker werde nach dem Einsatz das Gespräch mit den beteiligten Kräften gesucht, um festzustellen, ob eine Betreuung durch das ENT erforderlich ist.
Zur Identität der verstorbenen Person sowie zur Höhe des entstandenen Sachschadens lagen zunächst keine weiteren Informationen vor. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an.
